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Sehnenverletzung: Tennisellbogen - was ist das und was kann man tun?

Epicondylitis radialis humeri -> "Entzündung des Ansatzes der Unterarmmuskeln am Oberarmknochen"

Die Bezeichnung "Tennisellbogen" ist etwas irreführend, da sich nicht nur Tennisspieler eine solche "Verletzung" zuziehen können. 

Durch eine immer wiederkehrende Belastung der Unterarmstrecker kommt es zu einer Überbelastung dieser Strukturen. Wenn die Muskulatur diese repetitive Belastung nicht gewöhnt ist, ist die Gefahr, eine Symptomatik zu entwickeln, besonders hoch. Hier entsteht dann ein (meist stechender) Schmerz an der Stelle, an der die Unterarmstrecker am Oberarm ansetzen. 

Wenn man beispielsweise aufgrund eines Umzuges an einem Tag viele Glühbirnen montieren muss, kann diese immer wiederkehrende Drehbewegung des Unterarms zu einer Überlastung führen.

Funktionell stellt sich die Frage, warum die Muskulatur nicht standhält. Wir gehen hierbei von einem muskulären Ungleichgewicht von Agonist und Antagonist (Ellbogenstrecker und Ellbogenbeuger) aus. 

Ist also der Trizeps im Verhältnis zum Bizeps zu schwach, kompensieren die weiterführenden Muskelketten, welche in diesem Falle die Unterarmstrecker sind. Dieses Zuviel an Aktivierung führt zu einer Überbelastung dieser Strukturen.

In der Physiotherapie kann dies mithilfe Manueller Therapie durch Herabsetzen der Spannung überlasteter Muskulatur (Unterarmstrecker und auch -beuger, sowie des gesamten Schultergürtels), durch Stoßwellentherapie an der Schmerzstelle, sowie den umgebenen Weichteilstrukturen und durch die Aktivierung schwacher Muskulatur (hier: Trizeps) behandelt werden.

Die Aktivierung der Trizeps-Muskulatur muss sowohl in der offenen als auch in der geschlossenen Kette (man unterscheidet hier Übungen mit und ohne Hand-Boden-Kontakt) trainiert werden.

Diesem Armtraining sollte eine Aktivierung der interscapulären Muskulatur - das sogenannte "Scapulasetting" - vorausgehen.

Außerdem können unterstützend weitere stoffwechselsteigernde Maßnahmen, sowie spezielle entzündungshemmende Salbenverbände angewendet werden.

Der behandelnde Arzt startet oft als ersten Versuch die Gabe von schmerzstillenden und entzündungshemmenden Mitteln und/oder verschreibt zum Teil sogenannte Epicondylitis-Orthesen, die durch leichten Druck einen massierenden und haltenden Effekt haben, sowie die Zugspannung in der betroffenen Muskulatur herabsetzen sollen. Bei einer sehr langwierigen Symptomatik kann der Arzt mithilfe von Injektionen Abhilfe schaffen oder in den seltensten Fällen zu einem operativen Eingriff raten.

Eine ähnliche "Verletzung" auf der gegenüberliegenden Seite des Ellbogens ist der Golfer-Ellbogen, bei dem die Unterarmbeuger anstatt der Unterarmstrecker betroffen sind.

Bilder: Shutterstock