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Immer wieder diese Nackenschmerzen. Manchmal kombiniert mit Kopfschmerzen, manchmal mit Ausstrahlungen in die Arme, in die Brust.
Die Angst, es könnte sich doch um eine innere Erkrankung - am Herzen, an der Lunge - oder vielleicht um einen Bandscheibenvorfall handeln?
Klar, solche Möglichkeiten müssen ausgeschlossen werden.
Aber: oft handelt es sich bei diesen Symptomen um haltungsbedingte Ursachen.
In der Physiotherapie sind diese als "Upper Crossed Syndrom" (bei Kopf-, Nacken-, Schulterschmerzen) und "Lower Crossed Syndrom" (bei Lenden-, Rückenschmerzen) beschrieben.

Upper Crossed Syndrom:

Schultern nach vorne, Brustwirbelsäule - mittlerer/oberer Rücken Rund bzw. unbeweglich, in einer Position fixiert.
Der Kopf steht ein paar Zentimeter weiter vorne als er sollte, die Nackenmuskeln bekommen Stress.
Kurz gesagt, die Muskulatur vorne im Brustbereich ist zu kurz, die Muskulatur hinten rund um die Schulterblätter zu schwach, um aufzurichten.
Die Muskeln im Nacken bestreben weiter das "Aufrichten", verkrampfen, da die vordere Muskulatur nicht loslässt und die, die normalerweise aufrichten sollte, nicht ideal angesteuert wird.

Lower Crossed Syndrom:

Hüftbeuger-Muskulatur zu kurz, die stabilisierende, aufrichtende Muskulatur in der Tiefe, sowie am Becken zu schwach.
Hier unterscheidet man in 2 Typen:
Der Eine steht im "Hohlkreuz" - der Hüftbeuger zieht die Wirbelsäule nach vorne.
Der Andere kippt durch die Spannung des Hüftbeugers das Becken, sodass es aussieht, als hätte er einen Flach-Po.
Oft sind diese Lower-Crossed Typen ebenfalls kombiniert mit einem Upper Crossed Syndrom.
Ausserdem kann sich ein Upper Crossed Syndrom ebenfalls kombinieren mit einer tatsächlichen Bandscheibenproblematik oder auch einem Thoracic Outlet Syndrom. Hierbei werden die Nerven und Gefäße von muskulären Engstellen abgedrückt, wie wenn du mit dem Fuß auf dem Gartenschlauch stehst und das Wasser (die Information/Versorgung) nicht weiter durchfliessen kann.

Häufig betroffen sind die sogenannten "Schreibtischtäter" - immer mit dem Blick auf dem PC, die Hände auf der Tastatur.
Die Hüften gebeugt, die Muskeln angenähert.
Selten schaffen wir es, den stundenlangem Halten einer solchen Position mit 1 Stunde Sport - alle 2-3 Tage - am Abend auszugleichen. 

Fazit: In der Physiotherapie hast du die Möglichkeit, die Muskeln mit zu viel Spannung zu entspannen, die Brustwirbelsäule zu mobilisieren und die Muskeln mit zu wenig Spannung gezielt zu aktivieren.

Die Kombination aus manueller Therapie und einem für dich individuell zusammengestellten Trainingsplan aus dem funktionellem Training ist das Mittel der Wahl.

 

Bilder: Shutterstock