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Knieverletzung beim Wintersport

Viele Münchner warten sehnsüchtig auf den Schnee und können es kaum noch erwarten, die Skier oder Snowboards aus dem Keller zu holen. Sobald der erste Schnee fällt, geht es auf die Piste: Die Verhältnisse bei der Abfahrt sind optimal! Die Sonne scheint, die Stimmung auf der Hütte ist ausgelassen. Zufrieden und mit leichtem Muskelkater, als Belohnung für die schönen Stunden auf den Brettern, geht es wieder in Richtung Heimat. 

So oder so ähnlich wünschen sich alle Wintersportler einen perfekten Tag in den Bergen. Was aber tun, wenn es dann ganz anders läuft? Ski- und Snowboardfahren  zählen zu den Risikosportarten, kleine und große Verletzungen gehören zur Tagesordnung auf den Pisten.

1.   Ausschluss von schwerwiegenden Verletzungen durch einen Arzt und/oder Sanitäter

Direkt nach dem Unfall ist es wichtig, dass Ihre Verletzungen entsprechend versorgt werden. Innere Verletzungen, Kopf- und Wirbelsäulenverletzungen müssen sofort medizinisch versorgt werden.

2.   Muskel- und Bandverletzungen

Neben Muskelverletzungen, Knochenbrüchen und Prellungen, sind Bandrupturen am Kniegelenk sehr häufig. Ist die Erstversorgung geglückt und "schwerwiegende" und "lebensbedrohliche" Verletzungen konnten ausgeschlossen werden, gilt es nicht in Aktionismus zu verfallen und sich in Ruhe über Behandlungsmethoden zu informieren. Nicht immer muss eine Verletzung sofort operiert werden. Es gibt Bandverletzungen am Knie, die gar nicht oder besser später operiert werden sollten. Treffen Sie die Entscheidungen über eine Operation und weiterführende Behandungen, nachdem Sie mit dem Arzt ihres Vertrauens gesprochen haben.

3.   Eine gute Kniefunktion bringt bessere Operationsergebnisse

Es hat sich gezeigt, dass Patienten, die vor der Operation eine "volle" Kniestreckung aufweisen, bessere Nachbehandlungsergebnisse erzielten. Auch Muskulatur und Koordination lassen sich vor einer Operation trainieren, was sich positive auf die Rehabilitation nach der OP auswirken wird. Möglicherweise gehören Sie auch zu den sog. "Copern". Diese können nach einer Kreuzbandruptur ohne Operation wieder ganz normal Sport treiben, ohne dabei beeinträchtigt zu sein.

4.   Zurück zu Sport und Alltag

Eine gute Rehabilitation sollte sich nach Ihren Voraussetzungen und Ihren Zielen orientieren. Dabei ist es wichtig, dass am Anfang der Reha die Verletzung heilt und die Strukturen geschont werden, damit die Wundheilungsprozesse störungsfrei ablaufen können. Passive Maßnahmen können dabei unterstützend wirken. Später wird es immer wichtiger, das Knie stufenweise zu belasten und die Kniefunktionen zu verbessern. Mit Tests sollte an jeder Stufe Ihrer Reha evaluiert werden, wo sie gerade stehen und wo Ihre Defizite liegen, damit Sie spezifisch an Ihren Zielen arbeiten können.